1. Zeit für etwas personal Drama, Zeit für etwas November Deep Talk. November – Das heißt für mich ein Jahr Anniversary mit der Liebe meines Lebens: Berlin.

 

Ein Jahr lebe ich jetzt schon hier. Ein verrücktes Jahr, ein einziges Hoch, indem jeder neue Tag versprach noch besser zu werden, als der davor. Der Sommer in Berlin war eine einzige Party, gefüllt mit einem Lebensgefühl, dass ich so noch nie erlebt hatte.

Ich wache jeden Morgen auf und weiß, ich bin genau da wo ich hingehöre. Immer noch. Aber der November hat irgendwas verändert.

Es wird kalt, dunkel und nass und ich fühle mich niedergeschlagen, unzufrieden und alleine. Auf die Frage, wie es so läuft, würde ich gerne sagen: Nicht so gut. Aber eigentlich habe ich keinen Grund dafür, denn eigentlich läuft es ja schon. Ich hab ne super Wohnung, tolle Freunde, schaffe es richtig gut Sport und Uni zu händeln und auch Job-mäßig, kann ich mich nicht beschweren. (Lild hat endlich erkannt, dass ich ihr größter Fan bin. <3 )

Aber irgendwas liegt da auf mir. Vielleicht eine Vorahnung, vielleicht auch nur die üblichen Novemberdepressionen. Ich schiebe es auf das Wetter und die Dunkelheit und versuche dem ganzen ganz klischeehaft mit einem Besuch im Solarium entgegen zu wirken. Ein bisschen Vitamin D tanken und so.

Doch die Fahrt bergab geht weiter. Es scheint als würden positive Dinge jeweils mit zwei negativen aufgewogen.

Good thing: Ich besuche meine Familie und meine Freunde in der Heimat – Bad thing: Ich vermisse sie danach nur noch mehr. Außerdem habe ich das Gefühl, dass einige meiner Freunde hier in Berlin, jetzt wo die Semesterferien vorbei sind und der Alltag wieder einbricht, von mir wegdriften. Dass die Verbindung die man in der Zeit des ewigen Sommers hatte, einfach verloren geht. Leute denen ich vorher alles erzählen konnte, scheinen mir jetzt die falschen Menschen dafür zu sein. Alle haben ihren eigenen Stress und eigene Probleme. Ich will niemanden auch noch mit meinen Wehwehchen belasten.

Good thing: Ich lerne jemand richtig tolles kennen. Und habe das erste Mal seit langem das Gefühl, dass es bei „Generation Maybe“ doch noch Lichtblicke gibt. Bad thing: Und doch gibt es natürlich wieder einen Haken. Und wie ich nun mal so bin, setze ich lieber auf Mission abbrechen, als mich in etwas zu verrennen, das realistisch gesehen keine große Chance hat. Good Job.

Good thing: Ich bin richtig drin im Sport-Modus, schaffe es fast täglich ins Fintessstudio und auch mein Lauf-Training läuft super. Ich bin jeden Morgen früh wach und motiviert. Bad thing: Ich werde krank und es haut mich voll aus den Socken.

Good thing: Ich bekomme eine Anfrage für ein neues V-log Format und nehme mit der Aussicht darauf, für den Rest meines Studiums keine Geldsorgen mehr zu haben an. Bad thing: Kurz vor Start, wird mir klar, was das alles für mich bedeutet. Mein Privatleben, mein Image und vielleicht auch meine Zukunft. Ich bekomme Panik und mache last minute einen Rückzieher. (In diesem Fall könnte ich good- und bad thing wahrscheinlich auch vertauschen)


Wenn ich so darüber nachdenke, ist das alles jammern auf ziemlich hohem Niveau. Und wahrscheinlich ist es nach der Zeit des ewigen Hochs, gar nicht so schlecht mal ein paar Rückschläge zu bekommen. Zurück auf den Boden der Tatsachen und so. Aber ich weiß, ich bin nicht die einzige, die der November in einen echten Winter Sumpf zieht. Und das schlimme daran: Der Winter wird lang und hat eigentlich noch gar nicht richtig angefangen.

Ich habe mir überlegt, dass ich einen Lichtblick brauche. Sowas wie ein Nordstern oder ein Licht am Ende des Tunnels.

Alles was ich dafür brauche sind Sonne, Strand, Meer, eine Freundin, meine Semesterferien und natürlich Kohle haha.

Also liebe Familie und Freunde, dieses Jahr gibt’s leider nur selbst gebastelte Geschenke, ich muss sparen. Im Februar haue ich nämlich ab. Wohin wissen wir noch nicht so genau. Süd Afrika, Asien oder Australien – das entscheiden wir noch.  Sicher ist nur: ganz weit weg – irgendwo, wo es keinen Winter gibt und auch keine Sorgen.

Share: