© pictures by Caglar Yildiz

Habt ihr schonmal so sehr auf etwas gewartet, dass ihr vor lauter warten den eigentlichen Moment verpasst habt? So ging es mir diesen Sommer.

Seit ich im April von meiner Reise zurück gekommen bin, warte ich. Auf besseres Wetter, wärmere Temperaturen und den Sommer. Auf die Nächte beim Späti, Tage am See und darauf vor Hitze Nachts nicht schlafen zu können. Okay nicht wirklich, haha. Und plötzlich wache ich auf und es ist der 1. September. Aber das kann überhaupt nicht sein, denn es war doch gerade erst Mai und ich warte doch noch auf den Sommer und ich wollte doch noch so vieles machen. Ich bin doch noch nicht bereit für den Herbst. Ich schaue aus dem Fenster: Grau, nass, eigentlich wie immer. Das wars, mit dem Sommer 2017. Plötzlich gibt es nichts mehr, worauf ich warten kann.

Aber wie soll ich etwas gehen lassen, das nie da gewesen ist?

Ich erwarte, dass ich mich traurig fühle und betrogen. Doch stattdessen passiert etwas Unerwartetes. Die Erlösung aus meiner inneren Unruhe, die ich mir die ganze Zeit vom Sommer erhofft hatte, kommt mit dem Herbst und bringt einen ganz neuen positiven Wind mit sich.

August vs. September

  • Warum ist das Wetter so kalt? Ich will meine Sommerkleider tragen.
  • Endlich ist es kühler und ich kann meine Pullis wieder anziehen
  • Warum ist das Wetter so kalt? Ich möchte einen Iced Coffee trinken.
  • Endlich ist Herbst und es gibt wieder Pumkin Spiced Latte
  • Warum scheint die Sonne nicht? Es sollte Sommer sein.
  • Oh ein Sonnenstrahl! Was für ein schöner Herbsttag.

September bedeutet ankommen und aufbrechen für mich.

Dieser Monat ist gefüllt von so viel Liebe, Spaß und schönen Momenten. Angefangen mit dem Moderat Konzert Anfang des Monats, das vielleicht das schönste Konzert meines Lebens war.

Mein Geburtstag, der nicht nur vielleicht, sondern definitiv der schönste meines Lebens war. Ein Wochenende umgeben von den Menschen, die ich am meisten liebe (abzgl. meiner Familie) und gefüllt mit den Dingen, die ich am meisten liebe: Kuchen, Pizza, Sekt, Lachen, Tanzen, Luft, Glitzer, Polas und gutem Wetter.

Der Trip nach LA (Blogpost coming soon.) mit meiner Freundin Hanna, der dank Airberlin nicht ganz freiwillig, zwei Tage länger als geplant ging. Diese kleine Reise hat so gut getan! Nochmal eine Woche Meer, Sonne und Quality Time zu zweit. Das war unbezahlbar.

Und es ist noch nicht vorbei! Nächste Woche steht Mellis Geburtstag an und am Wochenende unsere gemeinsame Abschiedsparty. Vielleicht habt ihr es mitbekommen, vielleicht auch nicht: Melli und ich gehen ab Oktober ins Auslandssemester nach Melbourne und machen vorher noch einen kleinen Zwischenstopp auf Bali.

Auch darauf habe ich die ganze Zeit gewartet: Wieder zurück nach Australien zu gehen. Und schneller als man gucken kann, ist es dann plötzlich soweit und man ist eigentlich noch gar nicht vorbereitet. Ich hab noch so viel zu tun, will alle meine Freunde nochmal sehen, schreibe noch 2 Klausuren und sollte mit den Steuern auch noch fertig werden. Zu viel zu tun, zu wenig Zeit.

Und dann haut es mich aus den Socken, so richtig. Mandelentzündung. Klar sowas kommt ja immer dann, wenn man es gerade am wenigsten gebrauchen kann. Die ersten 2 Tage kotze ich voll ab. Ich bin ans Bett gefesselt und zu neblig im Kopf von hier aus etwas zu machen. Trotzdem rennt die Zeit weiter. Ich glaube daran, dass der Körper einem Zeichen gibt und das hier war definitiv eins. Ich habe gerade keine andere Wahl, als mich hinzulegen und die Füße still zu halten. Endlich komme ich mal zu Ruhe. Habe Zeit über Sachen nach zu denken. Mental mit Dingen abzuschließen und mich auf andere zu freuen! Während ich hier so liege, wird mir klar, wie viele schöne Momente der Sommer doch hatte. Momente die ich gar nicht so richtig wahrgenommen habe, weil ich so sehnsüchtig auf andere gewartet habe. Ich fühle mich so dankbar und glücklich, merke dass nicht nur noch vieles ansteht, sondern auch schon sehr vieles geschafft ist. Ich habe mein Visum, eine Untermieterin für meine Wohnung hier in Berlin und ein unglaublich tolles WG-Zimmer in Melbourne. Ich kann es kaum erwarten in zwei Wochen mein Hab und Gut für ein halbes Jahr in einen Koffer zu packen und die Reise zu starten. Zwei meiner besten Freundinnen werden mich auf diesem Abenteuer begleiten. Nochmal neu anfangen, sich nochmal neu erfinden. Ich bin bereit.


ENGLISH

Did you ever wait for something so long, that you missed the moment it actually happened? That’s what happened to me this summer. 

Ever since I came back from my travels in April, I was waiting. Waiting for better weather, warmer temperatures and summer. For the nights spent at the Späti (24hrs shops where you can buy drinks and snacks), days at the lake and for the heat that leaves you sleepless at night. Haha well, maybe not that. 

Suddenly I wake up and it’s the first of September. But that can’t be true, cause it was May just a second ago, and there is so much stuff I wanted to do before the summer ends. I’m not ready for fall yet. 

I look outside my window: grey, wet, like always. Thats it. That was our summer 2017. Suddenly there is nothing more to wait for. But how am I supposed to let go of something that was never really there?

I thought I would feel sad and deceived. But instead something really unexpected happens. The salvation from my inner unrest, that I thought would come with the summer, comes with the fall. And with it lots of new, positive energy. 

August vs. September

  • Why is the weather so cold? I wanna wear my summer dresses. 
  • So glad it’s more chilled know and I can wear my sweaters. 
  • Why is the weather so cold? I wanna drink iced coffee. 
  • Finally it’s fall and pumpkin spiced latte is back! 
  • Why isn’t the sun shining? It’s supposed to be summer. 
  • Oh a sunbeam – what a beautiful fall day. 

September means to settle and set off for me. This month is filled with so much joy, fun and beautiful moments. 

Starting with the Moderat Concert earlier this month, which was perhaps the best concert of my life. 

My birthday, wich was not maybe but for sure the most amazing birthday I’ve ever had. A weekend surrounded by the people I love the most and fulfilled with things I love the most: cake, pizza, sparkling wine, laughter, dancing, Berliner Luft, glitter, polaroids and nice weather. 

The trip to LA (blogpost coming soon) with my friend Hanna. At this point a huge shoutout to AIRBERLIN for canceling our flights back home so we could have another beach day, haha. This trip, and the quality time for the two of us, was so much needed. 

And September is not over yet! Melli’s birthday is coming up next week and we throw our goodbye-party at the weekend. Perhaps you already know: Melli and I are doing a semester abroad in Australia. We head to Melbourne in October and do a little vacation on Bali before. 

That was another thing I was waiting for all the time: Going back to Australia. And in the blink of an eye the time has come and you realize that you’re not ready to leave yet. There is so much stuff I need to get done before: Seeing all of my friends for a last time, writing two exams and finishing off my taxes. Too much to do, too little time. 

And then a tonsillitis knocked me out. Something like that always happens at the most inappropriate timings. During the first two days was pissed off. I’m tied to the bed and my head is so foggy that I can’t even study or work from there. Though the time is running. I believe that your body gives you signs, and this sickness is one for sure. It makes me stop, leaving me no choice but laying down and doing nothing for a while. I’ve finally come to rest. I have the time to overthink things. To make peace with some things, close them up and look forward to everything that is yet to come. I realize how many beautiful moments this summer actually had and how I missed them while waiting for others. I feel grateful and happy. I realize that there are not only a lot of things left to do, but also a lot of things that already has been achieved. I got my visa, a sublease for my apartment in Berlin and a new one in Melbourne. I can’t wait to pack all my belongings for the next 6 months in a suitcase and start the journey in two weeks. Two of my best friends will accompany me on this adventure. Starting over somewhere new, reinventing myself. I’m ready.

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